Alle MAV3D-Teile entstehen im FDM-3D-Druckverfahren in Sassenberg. Auf dieser Seite steht, was das für das Produkt in Ihrer Hand bedeutet – und wo die Arbeit wirklich steckt.
Konstruktion: hier liegt der größte Aufwand
Der Druck ist der letzte und mit Abstand kürzeste Schritt. Ob ein Ersatzteil taugt, entscheidet sich davor – regelmäßig über mehrere Tage.
Am Anfang steht das defekte Original oder das Gerät, in das ein Teil hineinpassen muss. Es wird von Hand ausgemessen, Maß für Maß, mit Messschieber und Radienlehre. Aus diesen Maßen entsteht eine vollständig neue, parametrische CAD-Konstruktion – kein 3D-Scan, keine fremde Datei, kein Download aus einer Modellbörse.
Parametrisch heißt: Die Konstruktion rechnet mit. Ändert sich ein Anschlussdurchmesser, ziehen Wandstärken, Übergänge und Verrundungen automatisch nach. Genau deshalb gibt es den Abluft-Adapter in sechs Durchmessern, ohne dass er sechsmal von vorn gezeichnet werden musste.
Dann folgt der Teil, den man dem fertigen Produkt nicht mehr ansieht: der Abgleich mit der Wirklichkeit. Ein Prototyp wird gedruckt, eingebaut, geprüft, nachgemessen – und häufig verworfen. Passungen, die im CAD sauber aussehen, klemmen im echten Bauteil. Eine Kerbe, die konstruktiv elegant wirkt, schwächt die Wand an genau der falschen Stelle. Erst die Version, die diese Runde übersteht, geht in den Verkauf.
Dazu gehört, die Lastrichtung von Anfang an mitzudenken. Ein gedrucktes Teil ist quer zu den Schichten schwächer als längs. Wie ein Bauteil auf dem Druckbett steht, ist deshalb eine Konstruktionsentscheidung – keine Kleinigkeit, die man dem Slicer überlässt.
Maschinen
Gedruckt wird auf geschlossenen Bambu-Lab-Maschinen: X2D, H2D und P2S.

Abbildung: Werkzeugkopf einer geschlossenen Bambu-Lab-Maschine.
Das geschlossene Gehäuse ist keine Optik-Frage, sondern technische Voraussetzung. Es hält die Kammertemperatur konstant. Werkstoffe wie ASA, Polyamid oder Polycarbonat schwinden beim Abkühlen erheblich – in einem offenen Gerät reißen sie zwischen den Schichten auf oder ziehen sich an den Ecken vom Druckbett. Erst die warme, zugfreie Kammer macht diese Materialien überhaupt maßhaltig verarbeitbar. Dieselben Maschinen filtern zusätzlich die Emissionen ab, die bei styrolhaltigen Werkstoffen entstehen.
Mehrere Maschinen bedeuten außerdem, dass eine laufende Serie nicht alles andere blockiert – und dass ein Ausfall keine Lieferzeit von Wochen nach sich zieht.
Werkstoffe
Zwei Materialien decken den größten Teil des Sortiments ab:
PETG-CF – carbonfaserverstärktes PETG
Das Standardmaterial für Bauteile, die steif bleiben müssen: Magazine, Staubbehälter, Abluft-Adapter. Die eingebetteten Kohlefasern machen es deutlich formstabiler als reines PETG – es verzieht sich kaum und bleibt auch bei Sommerwärme maßhaltig. Dazu ist es schlagzäh und abriebfest, also geeignet für Teile, die regelmäßig ein- und ausgebaut werden.
ASA+ – UV- und witterungsbeständig
Kommt dort zum Einsatz, wo ein Teil dauerhaft Sonne oder Witterung ausgesetzt ist – etwa bei Klemmhaltern am Fenster oder Luftauslässen im Reisemobil. ASA+ vergilbt und versprödet unter UV-Einstrahlung deutlich langsamer als übliche Druckmaterialien.
Technische Werkstoffe auf Anfrage
Die geschlossenen Maschinen verarbeiten darüber hinaus die gängigen technischen Filamente. Wenn ein Bauteil mehr braucht als der Standard hergibt, ist das kein Problem – sagen Sie uns einfach, was das Teil aushalten muss:
| Werkstoff | Wofür er sich eignet |
|---|---|
| PA6-CF / PAHT-CF | Carbonverstärktes Polyamid. Höchste Zähigkeit und Dauerfestigkeit – für bewegte, auf Biegung oder Dauerlast beanspruchte Teile. Nimmt Feuchtigkeit auf und wird deshalb direkt aus dem Trockner verarbeitet. |
| PET-CF | Steifer und temperaturfester als PETG-CF, bei ähnlich gutmütigem Verhalten. |
| PPA-CF | Hochtemperatur-Polyamid. Bleibt weit jenseits von 100 °C formstabil. |
| PC / PC-CF | Polycarbonat. Sehr schlagzäh und formstabil bis rund 110 °C – für Teile, die brechen könnten und es nicht dürfen. |
| PPS-CF | Chemikalien- und temperaturbeständig. Der Werkstoff für die wirklich harten Fälle. |
| ABS / ABS-GF | Temperaturbeständiger als PLA, gut nachbearbeitbar (schleifen, kleben, glätten). |
| TPU | Flexibel, in verschiedenen Härtegraden – für Dichtungen, Puffer und klemmende Elemente. |
Was wir bewusst nicht anbieten: PEEK
PEEK ist der Werkstoff, mit dem sich in Prospekten gut werben lässt. Wir verarbeiten ihn nicht – aus einem schlichten Grund: Er kostet ein Vielfaches, und für jeden Anwendungsfall, der in diesem Shop vorkommt, leisten PPS-CF oder PPA-CF dasselbe zu einem Bruchteil des Preises. Wenn Ihr Bauteil wirklich PEEK erfordert, sagen wir Ihnen das ehrlich, statt Ihnen einen Kompromiss zu verkaufen.
Was 3D-Druck bedeutet – und was nicht
Ein FDM-gedrucktes Teil ist schichtweise aufgebaut. Die Schichtstruktur ist an der Oberfläche sichtbar; das ist normal und kein Mangel. In Belastungsrichtung quer zu den Schichten ist ein gedrucktes Teil weniger fest als ein gespritztes – deshalb legen wir Wandstärken und Bauteilausrichtung so aus, dass die Kräfte in der stabilen Richtung wirken.
Was Sie dafür bekommen: Teile, die es sonst gar nicht gibt, in kleinen Serien, aus einem Material, das zum Einsatzzweck passt.